Themenabend: Klimawandel und Gerechtigkeit – eine globale Herausforderung
Am 26.05.2026 lud das zertifizierte BNE-Zentrum Klimawelten Hilchenbach zu einem Vortrag über die schwierige Beziehung zwischen Klimawandel und Gerechtigkeit ein.
Wolfgang Silbermann und sein Mitarbeiter Markus Determann von der Eine-Welt-Servicestelle informierten über die Ursachen des Klimawandels, dessen Folgen und über die Frage, wie die Menschheit mit dieser Herausforderung umgehen sollte. Was kann jetzt getan werden, um die Folgen der Klimakrise abzumildern? Und wer soll die gigantischen Schäden bezahlen?
Klar ist jedenfalls eines: Der Klimawandel ist da. Er ist zum allergrößten Teil menschengemacht. Und er ist eine Bedrohung nicht nur für die Artenvielfalt, sondern auch für Menschen.
Aber es sind nicht alle Menschen in gleicher Weise betroffen. Sowohl innerhalb von Gesellschaften als auch zwischen den Staaten gilt, dass arme Menschen tendenziell stärker betroffen sind. So können Gering-verdienerInnen ihre Wohnung nicht ausreichend dämmen, was zu einem höheren Strom- oder Brennstoffverbrauch führt und das Klima stärker belastet. Ebenso für Staaten: ärmere Staaten im Globalen Süden haben zu wenig Geld, um sich auf die Klimakrise anzupassen, können z. B. keine Dämme oder Rückhaltebecken bauen, die sie vor Überflutungen schützen.
Außerdem gilt: Es haben nicht alle gleichmäßig zum Klimawandel beigetragen, dies gilt wie oben gesagt sowohl individuell als auch für Staaten. Daraus folgt, dass wohlhabende Staaten einen relativ größeren, also gerechteren Beitrag leisten müssen, die unmittelbaren Folgen der Krise zu bewältigen bzw. die Krise, so weit es eben möglich ist, einzudämmen.
Das Problem ist hierbei allerdings, dass Anpassungsmaßnahmen auch eine soziale Komponente haben müssen, wenn sie in einer Demokratie
Akzeptanz finden wollen. Wenn Klimaschutzmaßnahmen als belastend oder bevormundend empfunden werden, wird die jeweilige Regierung möglicherweise abgewählt und an ihre Stelle tritt eine Regierung, die den Klimawandel für eine Lüge hält. Natürlich gibt es noch weitere Faktoren für die Abwahl einer Regierung und auch eine neue Regierung kann nicht ohne weiteres aus internationalen Verträgen aussteigen, aber wahrgenommene und als ungerecht empfundene Belastungen sind ein wichtiges Thema, wenn es um den Klimawandel geht.
Viele Maßnahmen zum Klimaschutz wurden politisch beschlossen. Aber auch wir selbst treffen jeden Tag Entscheidungen, die Auswirkungen auf Klima, Umwelt und Gesellschaft haben. Die Frage ist also, wie wir in unserem unmittelbaren Umfeld etwas bewirken können. Hierfür ist der Handabdruck gedacht. Im Gegensatz zum bekannten Fußabdruck, der die jeweiligen individuellen Emissionen angibt und der kleiner werden soll, ist der Handabdruck ein Maß dafür, was wir in unserem unmittelbaren Umfeld bewirken können. Menschen sind verschieden in ihren Talenten und Neigungen und mit Hilfe eines einfachen kleinen Tests kann jeder Mensch herausfinden, wo er oder sie sich am besten einbringen kann.
Beim ökologischen Fußabdruck fragen wir: Wie groß ist mein Problem? Beim Handabdruck fragen wir: Wie groß kann mein Beitrag zur Lösung der Krise sein? Und hier der Test zum Selbermachen: https://www.handabdruck.eu/
