Afrika-EU-Strategie auf dem Prüfstand

PRESSEMELDUNG
7/2010
Mängel beim Aktionsplan

Bonn, 28. April 2010 – Die gemeinsame Afrika-EU Strategie hat wenig
Aussicht auf Erfolg, wenn keine Nachbesserungen beim zweiten Aktionsplan
durchgeführt werden. Geschlechtergerechtigkeit und ländliche Entwicklung
müssten stärker in den Fokus der Partnerschaft rücken, so die Forderung des
Verbandes Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen
(VENRO) anlässlich des Treffens der Minister der  EU und Afrikas in
Luxemburg am 26. April.

„Zu unserem Bedauern sind bei der Partnerschaft zu Handel, regionaler
Integration und Infrastruktur keinerlei Fortschritte erzielt worden. Die
Nahrungskrise 2008 hat deutlich gezeigt, dass vor allem die ländliche
Entwicklung ein Schwerpunktthema sein muss. Die meisten Menschen in Afrika
leben in ländlichen Gebieten“, sagt VENRO-Vorstandsvorsitzender Ulrich
Post.

VENRO kritisiert zudem, dass es keine eigene Partnerschaft zu Gender gibt.
„Ohne gleichberechtigte Teilhabe von Frauen hat die gemeinsame
Afrika-EU-Strategie keine Aussicht auf Erfolg“, so Post.

In Luxemburg wurde ein Ausblick auf den zweiten Aktionsplan 2011–2013
präsentiert.  „Die Vorschläge sind in keinster Weise zufriedenstellend. Es
soll kaum Änderungen geben, während wichtige Themen für die afrikanische
Bevölkerung ausgeklammert werden“, betont  Post. Bereits die vergangenen
zwei Jahre hätten deutlich gezeigt, dass die Strategie erhebliche Mängel
aufweist. Hiermit müsste sich auch der Afrika-EU-Gipfel im November in
Tripolis befassen.

Grundsätzlich positiv sei sicher, dass die Zivilgesellschaft stärker in die
Prozesse eingebunden werden soll. Allerdings müsste dies auch in die Praxis
umgesetzt werden.

Die gemeinsame Afrika-EU-Strategie wurde im Dezember 2007 auf dem Gipfel
von Lissabon verabschiedet. Ziel ist eine gleichberechtigte Partnerschaft,
die alle Bereiche der Zusammenarbeit zwischen den europäischen und
afrikanischen Staaten umfasst. An der Umsetzung sollen nicht nur Politiker,
sondern auch Vertreter der Zivilgesellschaft beteiligt werden.


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